Obstbaumschnitt

 

 

Obstbaumschnitt, wann eigentlich?

 

 

 

Überall liest und hört man vom Sommer- und Winterschnitt und Schnittzeitpunkten irgendwo dazwischen. Wie soll sich hier der Laie orientieren, wenn selbst Fachleute und einschlägige Fachliteratur keine einheitlichen Meinungen und Regeln abgeben können, sondern im Gegenteil, sich teilweise sogar widersprechen?

Beispiel:

 

Verheilung von frischen Schnittwunden

(Kallusbildung).

 

´Winterschnitt´ (Saftruhe):

 

Die einen sagen während der Saftruhe kann der Baum auf Schnittwunden nicht

reagieren und eine Wundheilung durchführen, die anderen halten dagegen, dass

es im Winter schließlich auch kaum ein Milieu für Pilzsporen und andere

Krankheitserreger in der Luft gibt, welche den Baum besiedeln und schädigen

könnten.

 

´Sommerschnitt´ (Vegetationsperiode):

 

Einerseits kann der Baum während der Vegetationsperiode auf Schnittwunden

schnell reagieren und eine Wundheilung durchführen, andererseits finden

Millionen Pilzsporen und sonstige Krankheitserreger während der Vegetations-

periode ein ideales Milieu vor um sich sofort auf frische Schnittwunden zu stürzen

und den Baum zu befallen.

 

Unser Fazit:

 

Der Schnittzeitpunkt von Obstbäumen ist Vertrauenssache und bleibt eine

„Wissenschaft“ für sich. Weder Fachleute noch einschlägige Fachliteratur geben

diesbezüglich einheitliche Meinungen ab. Unserer Überzeugung nach gibt es zwar

den einzig richtigen Schnittzeitpunkt so nicht, dennoch aber allgemein gültige und

anerkannte Schnittregeln!

 

Erfahrung ist der Schlüssel zum Erfolg!

 

- Um welche Baumart und deren spezifische Eigenschaften handelt es sich?

- Wie steht es um seine Vitalität und seinen Habitus?

- Welche Boden-, Licht- und Platzverhältnisse herrschen vor?

- Welches Ziel verfolgt der Eigentümer mit den Schnittmassnahmen überhaupt?

 

Unter Berücksichtigung all dieser Gesichtspunkte verbinden wir unsere Erfahrungswerte mit Ihren Zielsetzungen und Erwartungen und führen dementsprechend zielgerichtete Schnittmassnahmen durch. Habitus und Vitalität sollen erhalten, bzw. wieder hergestellt und gefördert werden und Früchte sich prächtig entwickeln können.

 

 

 

Gesunde, schmackhafte und grössere Früchte

durch gezielte Schnittmassnahmen:

 

- Ein gezielter Schnitt sorgt für genügend Luft und Licht im Baum, welche dieser sowohl zur Photo-synthese (Assimilation) und somit zur Nährstoff-versorgung als auch zur Reifung seiner Früchte unbedingt benötigt.

 

- Pilzkrankheiten haben es in einem luftigen und lichtdurchfluteten Milieu wesentlich schwerer sich zu bilden und auszubreiten. Blätter und Früchte bleiben gesund.

 

- Die Fruchtbarkeit und Vitalität des Baumes bleibt erhalten, bzw. kann wieder hergestellt werden. Neue Fruchttriebe können gebildet und gezielt gefördert werden.

 

- Wuchshöhe und Wuchsform können den Zielsetzungen entsprechend ausgerichtet werden (Erreichbarkeit der Früchte, Platzmangel, etc.).

 

- Regelmäßiger Schnitt fördert ein stabiles Pflanzengerüst und kann dadurch Schäden an Baum, Gebäuden und Personen vorbeugend entgegenwirken (z. B. Wind- und Schneebruch).

 

- Jungtriebe werden gezielt gefördert. Sie bringen die Früchte von morgen!

 

 

Schnittzeitpunkt?

 

Schnittmassnahmen mit Schnittwunden im Durchmesser von 5cm oder weniger können unserer Erfahrung nach ganzjährig durchgeführt werden (ausgenommen bei längeren Frostperioden von unter -5 Grad). Ein vitaler Baum verkraftet das problemlos. Dennoch gibt es zielführende Gesichtspunkte die es zu beachten gilt:

 

´Winterschnitt´

 

- Bei Schnittmassnahmen ausserhalb der Vegetationsperiode („Winterschnitt“) werden, auf Grund fehlender Belaubung, notwendige Schnittmassnahmen besser erkannt, Knospen und Kambium, im Vergleich zum Schnitt im Frühjahr kurz vor oder während dem Blattaustriebes, geschont.

 

- Der Winterschnitt kann ausserdem dazu genutzt werden, um Bäume gezielt zum Neuaustrieb und somit zur Bildung von neuen Fruchtruten anzuregen.

 

 

´Sommerschnitt´

 

- Schnittmassnahmen während der Vegetationsperiode („Sommerschnitt“) können dazu genutzt werden, starkes Wachstum und Neutriebbildung des Baumes einzubremsen, der Baum beruhigt sich.

 

- Im Sommer werden auch die ungeliebten „Wasserschosse“ gezielt entfernt (z. B. alle nach innen wachsenden sowie Konkurrenztriebe zu Leitästen). Einige, die später zu Fruchtruten gezogen werden oder zur Verjüngung des Baumes beitragen, sollten jedoch immer verbleiben dürfen.

 

- Es gilt dabei unbedingt zu beachten, dem Baum nicht durch zu starken Rückschnitt die Möglichkeit der Nährstoffbildung-/einlagerung durch fehlende Photosynthese zu nehmen. Dies fügt dem Baum i. d. R. nachhaltig erheblichen Schaden zu.

 

- Kirschen schneidet man, wenn überhaupt, nur in der Zeit nach der Ernte bis in den frühen Herbst. Da diese einen Schnitt generell schlecht vertragen, sollten sich die Schnittmassnahmen auf ein notwendiges Minimum reduzieren und es sollten dabei keine Äste > 5cm Durchmesser geschnitten werden. Der Schnitt an, bzw. die Kappung von Starkästen > 10cm Durchmesser muss ein absolutes Tabu sein!

 

 

Zum Schluß noch ein Hinweis zu Walnussbäumen:

 

Schnittmassnahmen bei Walnussbäumen sollten sich immer auf ein notwendiges Minimum reduzieren, da diese einen Rückschnitt, auf Grund einer schlechterer Wundheilungsveranlagung wie bei anderen Baumarten, generell recht schlecht vertragen und gerade die Vitalität bei älteren Bäumen oftmals sehr darunter leidet. Dennoch notwendige (z. B. Erhaltung der Verkehrssicherheit), bzw. gewünschte Schnittmassnahmen können sowohl im Frühjahr kurz nach dem Neuaustrieb (Mai/Juni) wie auch im Spätsommer (Ende August bis Anfang Oktober) durchgeführt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass weder starke Fröste (Austrocknung) noch grosse Hitze und Trockenheit vorherrschen, was dem Baum zusätzlich zusetzt und eine schlechtere Wundheilung zur Folge hat. Schnittmassnahmen von bis zu 5 cm Astdurchmesser werden im Wesentlichen recht gut vertragen, Schnittmassnahmen von mehr als 5 cm Astdurchmesser sollten hingegen vermieden werden. Vor allem nicht mehr ganz vitale Bäume können dadurch zusätzlich geschwächt werden. Beim Schnitt im Spätsommer hat der Baum noch ausreichend Zeit, vor den kommenden Frostperioden auf die Schnittmassnahmen zu reagieren und hat seine Nährstoffeinlagerung für den kommenden Frühjahrsaustrieb weitestgehend abgeschlossen.

 

Öko -logisch- und nachhaltig

 

 

 

Sehr empfehlenswertes Video zum Thema:

 

https://www.youtube.com/watch?v=6eUQchsTKVA

 

 

 

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